Kölsche Tön gehören dazu LVR-Alltagsforscher beobachteten Weihnachten im Rheinland Rheinland. Weihnachten im Rheinland - das Fest mit vielen Traditionen passt sich immer auch den aktuellen Bedürfnissen der Menschen an. In den letzten Jahren hat sich das Weihnachtsfest immer mehr über den privaten, familiären Kreis und die beschauliche Wohnzimmeratmosphäre hinaus entwickelt. Das beobachten die Alltagsforscher des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) im Bonner Amt für rheinische Landeskunde (ARL). Mit aufwändigen, grellfarbigen Lichterketten am Balkon und leuchtenden Plastikschneemännern an der Treppe präsentieren die Menschen ihre Weihnachtsgefühle der Öffentlichkeit. Die Show fängt vor der eigenen Haustür an. War Weihnachten früher mehr ein Fest der Verinnerlichung und Einkehr, so geht der Trend jetzt klar nach außen, in die Äußerung und Außenwirkung. Da wird manche stille Vorstadtstraße zu einem weihnachtlichen Las Vegas mit erstaunlichen Lichteffekten. Wer jedoch Advent und Weihnachten einer unaufhaltsamen Amerikanisierung und Globalisierung erliegen sieht, schätzt das Fest falsch ein. Genau das Gegenteil ist der Fall: eine Regionalisierung des Weihnachtsfestes. Die Kölsche Weihnacht ist inzwischen ein unabdingbarer Bestandteil der rheinische Jahresbräuche. Der Advents-Veranstaltungskalender in Köln bietet in den letzten Jahren ein immer größeres Angebot an Abenden mit kölschen Liedern und den Stars der Kölnszene, ob Bläck Fööss oder Höhner oder Fuhrmann und Kulik. Selbst Oberbürgermeister Fritz Schramma lud am 3. Advent zum Kölschen Weihnachtskonzert ins Historische Rathaus. Hunderte von Schulkindern sangen und schunkelten mit den Bläck Fööss. Hin und wieder ergänzte ein altes Karnevalslied das Programm und trug umso mehr zur fröhlichen Stimmung bei. Im Zuge der Popularität der Kölschen Weihnacht entstand eine ganze Reihe funkelnagelneuer Advents- und Weihnachtslieder op Kölsch: "www.hillijemann.de", "Hinger de Stäne", "Ich wünsche mir vum Hillije Mann". Jung und Alt singen bei meist ausverkauften Veranstaltungen laut und mit wahrer Begeisterung mit: Szenen wie vom Karneval. Hier ist die "Fröhliche Weihnacht" Programm, eine Art sentimentaler Fastelovend bei Kerzenschein und Tannengrün. Augenzwinkern vor einem Himmel voller Weihnachtssterne. Die Mischung gelingt. Sie kommt der rheinischen Mentalität, Ernstes und Lustiges zusammen zu binden, sehr entgegen. Warum aber ist die Verknüpfung zweier vom Temperament her unterschiedlicher Bräuche wie Fasteleer und Kresnaach so erfolgreich? Dr. Fritz Langensiepen, Leiter des ARL, erklärt es so: "Der Erfolg hängt mit dem starken Bezug zur Region, mit Besinnung und Nähe zusammen. In einer unübersichtlichen, anonymen Welt suchen wir nach Fix- und Fluchtpunkten. Wir greifen nach dem, was uns das existenzielle Gefühl der Vertrautheit und Sicherheit bietet, das einfache Gefühl, dazu zu gehören. Wir schaffen uns das, was wir brauchen, und das ist eine Regionalkultur, die uns emotional berührt." Der rheinische Alltag mit seiner vertrauten, doch auch dynamischen Kultur bietet einen Halt, den die Menschen suchen: Die Macht des Gewohnten fasziniert, wenn sie mit Neuem angereichert wird. Kölsche Tön, die zum Karneval gehören, nun auch an Weihnachten - die Mischung ist neu und trotzdem nicht fremd. Wenn die Menschen im Gürzenich kölsche Weihnachtslieder mitsingen, dann bewegen sie sich in vertrautem karnevalistischem Terrain. Sie entdecken dabei aber ein ganz überraschendes Weihnachtsgefühl, das Elemente zusammen bringt, die nicht zusammen zu passen scheinen. Aber es ist geradezu typisch für das Rheinland, dass Gegensatzmischungen funktionieren - wie Himmel un Ääd auf einem Teller. Quelle: 19.12.2002 - http://www.lvr.de/app/Presse/Archiv.asp?NNr=204 ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Weihnachten und so … Von Doris Richter
Der Brauch des Verschenkens:
Vor dem Mittelalter war der
Austausch von Geschenken kein typischer christlicher Weihnachtsbrauch. Erst als
ums 4. Jahrhundert Gerüchte über einen großzügigen St. Nikolaus bekannt wurden,
wurde das Schenken ein christlicher Brauch. Auch die Geschenke der Heiligen drei
Könige haben zu diesem Brauch beigetragen. Jedoch ist der Brauch des
Verschenkens älter als das Christentum. Im Römischen Imperium beschenkten sich
bereits die Bauern zum Anlass eines Festes namens: Saturnalia – Fest, welches
auch Wintersonnenwende stattfand. Martin Luther änderte den Geschenkgeber St.
Nikolaus in protestantischen Gegenden zum „Heiligen Christ“. Daraus entstand
irgendwann das Christkind.
Der Adventskranz: Der Brauch des Adventskranzes ist noch nicht sehr alt. Der evangelische Pfarrer Johann Heinrich Wichern erschuf den ersten Adventskranz um 1833. Er gründete damals ein Asyl für Straßenkinder in Hamburg. Damals hatte er 24 Kerzen auf einem Holzreifen befestigt, der an der Decke hing. Vom 1. Dezember an wurde jeden Tag eine Kerze angezündet. So ein Kranz war nicht einfach zu machen. So setzten sich irgendwann die 4 Kerzen durch.
St. Nikolaus wurde im Jahre 271 geboren und starb am 6. Dezember 342 als Bischof. Er war bekannt als Freund der Armen und Kranken. Eine bekannte Geschichte über den St. Nikolaus war die, dass er einige Seeleute überredete Ihr Weizen an die Armen zu verteilen. Trotz einer vermutlichen Strafe teilten die Seeleute Ihr Getreide. Als Ihr Schiff später an Ihrem Zielhafen ankam, war das Schiff komischerweise wieder randvoll mit Weizen. Nach seinem Tod verbreiteten sich solche Geschichten über das ganze Mittelmeer. Man sagte er könnte über das Meer herrschen und Kindern und Armen helfen. Folglich wurde er zum Schutzpatron der Seeleute ernannt. Aus diesem Anlass wurde Ihm auch ein Denkmal gebaut, bei dem Kinder um Ihn herumstehen und er einen Sack mit Geschenken bei sich hat.
Der Tannenbaum:
Im Mittelalter wurden viele
Theaterstücke aufgeführt. Unter anderem eines über den Apfelklau von Adam und
Eva. Da diese Stücke immer um die Weihnachtszeit aufgeführt wurden, gab es zu
der Zeit keine blühenden Bäume. Also wurden Tannenbäume mit Äpfeln bestückt. Das
beeindruckte die Menschen besonders.
Im 19.Jahrhundert gab der Maler Moritz Schwindt dem Weihnachtsmann erstmals eine Gestalt. Angelehnt war die Figur an die Figur des Winters im Reigen der vier Jahreszeiten. Dargestellt wurde der Winter stets als alter Mann mit langem Bart. Seitdem ist auch der Weihnachtsmann als alter Mann mit langem Bart und Mantel unterwegs. Es war Thomas Nast, der als kleiner Junge mit seinen Eltern aus der Pfalz nach Amerika auswanderte, der Ihn wiederum veränderte. Als junger Mann wurde er Parlamentszeichner und malte nebenbei Weihnachtsmänner in vielen Variationen.
Mit der Zeit wurde das seine
Hauptbeschäftigung und seine Figur so populär, dass sie bis heute das Bild des
Santa Claus in Amerika prägt. Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt gab es Krippenspiele, die dann aber in Vergessenheit gerieten. Franz von Assisi war es, der am 24. Dezember 1223 in der Nähe von Rom eine Weihnachtsmesse las, dort wurde nach langer Zeit erstmals wieder ein Stall mit Holzfiguren aufgebaut. Die Krippenkunst ist ein Kennzeichen vor allem des katholischen Weihnachtsfestes und wird durch künstlerisch oft wunderschöne Figuren geschmückt. Besonders oft werden Krippen in Bayern, Tirol und Italien benutzt.
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